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Porjus

Wasserkraftwerk Porjus
Das Kraftwerk Porjus liegt am Fluss Luleälven in der Gemeinde Jokkmokk. Porjus wurde Anfang des 19. Jahrhunderts vor dem Hintergrund der Versorgung der „Malmbanan“ (Erzbahn), dem schwedischen Teilstück der Bahnstrecke Luleå–Narvik, gebaut, die dem Transport von Eisenerz diente. Das neue Wasserkraftwerk und die Elektrifizierung haben zu einem kräftigen Wachstumsschub in der schwedischen Bergbauindustrie beigetragen. Porjus ist heute das drittgrößte Wasserkraftwerk in Schweden.

Startschuss für den Ausbau der Wasserkraft in Schweden

Das erste Wasserkraftwerk in Schweden, Olidan am Göta Älv, begann 1910 mit der Produktion von Strom für die Industrie und die Eisenbahn. Damit war auch der Startschuss für die Erschließung des Flusses Luleälven und den Bau des Kraftwerks Porjus gefallen. Bis zu diesem Zeitpunkt überwog in der Gesellschaft die Skepsis gegenüber der Elektrizität. Erst als das Übertragungsproblem gelöst war und man Strom über lange Strecken und ohne große Verluste übertragen konnte, wuchs das Interesse. 

1910 wurde mit den Bauarbeiten zum Kraftwerk Porjus begonnen, obwohl weder eine Straßen- noch eine Eisenbahnverbindung zum Standort von Porjus führte. Sowohl die Bauarbeiten als auch der Materialtransport waren ein sehr mühsames Unterfangen, da das Material und die anderen benötigten Versorgungsgüter aus der nächstgelegenen, 50 Kilometer entfernten Stadt Gällivare herbeigeschafft werden mussten. In den ersten Monaten wurden daher fünf Tonnen Material und Versorgungsgüter über Plankenwege durch die Wildnis bei Porjus getragen. Diese extrem schwere und zeitraubende Arbeit wurde 1911 dank der Fertigstellung der Bahnstrecke von Porjus nach Gällivare jedoch erheblich erleichtert.

Im Jahr 1915 weihte König Gustaf V. das Wasserkraftwerk Porjus ein. Er tat dies telefonisch, da seine Berater eine so lange Reise zu Kriegszeiten als zu unsicher einstuften. Porjus entwickelte sich schnell zu einem Knotenpunkt im industrialisierten Schweden, das immer größere Mengen Energie verbrauchte. Als das Kraftwerk eingeweiht wurde, gab es bereits 20 Wasserkraftwerke an verschiedenen Orten im Land. Porjus erregte jedoch aufgrund seiner geografischen Lage und der für damalige Verhältnisse hochmodernen Konstruktionstechnik besonders viel Aufmerksamkeit.

Das Kraftwerk liegt unterirdisch und wurde in den Felsgrund hineingesprengt. Zwischen 1920 und 1960 wurde die Turbinenzahl in dem alten Kraftwerk auf neun Einheiten erhöht. Die Turbinen funktionieren immer noch, werden jedoch nicht mehr für den Normalbetrieb genutzt. Zwei der alten Aggregate wurden zu Forschungsaggregaten umfunktioniert und werden nun zur Erprobung neuer Technologien und Ausrüstung eingesetzt.

Kraftwerksneubau

In den Jahren 1971 bis 1975 wurde ein neues Kraftwerk mit zwei neuen Aggregaten erbaut. Das neue Kraftwerk hat eine Gesamtleistung von 465 Megawatt und erzeugt somit die zehnfache Menge an Strom, zu deren Erzeugung das alte Kraftwerk in der Lage war.

Da alle neuen Transformatoren unterirdisch installiert wurden, war kein neues Gebäude vonnöten. Das alte Gebäude blieb jedoch als beeindruckendes Baudenkmal erhalten und dient heute als Besucherzentrum. Der alte Staudamm wurde durch einen Steinschüttdamm mit einem Kern aus undurchdringbarem Material (Moräne) ersetzt. Dieser befindet sich unmittelbar stromabwärts des alten Staudamms und wurde mit zwei neuen Überläufen ausgerüstet, die durch Segmentwehre geschlossen werden.

Über die Wasserkraft und Luleälven

Wasserkraft ist eine zuverlässige, sichere und erneuerbare Energiequelle. Heute wird fast die Hälfte des gesamten schwedischen Strombedarfs durch Wasserkraft abgedeckt. Der Fluss Luleälven, an dem Porjus liegt, ist der wichtigste Fluss für die Wasserkrafterzeugung in Schweden und somit auch für Vattenfall.  Die Wasserkraft wird als erneuerbare Energiequelle auch in der Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Vattenfall führt derzeit umfangreiche Investitionsprogramme in seinen Wasserkraftwerken durch, um deren Kapazität zu erhöhen und die Staudämme zu verstärken. Dadurch sollen sowohl die Produktionskapazität als auch die Sicherheit der Anlagen erhöht werden.